VLF — Very Low Frequency
Die häufigste Bauart. Die Suchspule sendet ein Magnetfeld mit fester Frequenz aus (typisch 4–30 kHz). Trifft das Feld auf ein leitfähiges Objekt, induziert es dort einen kleinen Strom — dieser baut wiederum ein eigenes Feld auf, das die Empfangsspule registriert. Aus Phasenverschiebung und Stärke lässt sich grob auf das Material schließen.
Stärke: Hervorragende Materialdiskriminierung (Eisen, Buntmetall, Edelmetall unterscheiden). Schwäche: Mineralisierter Boden, Salzwasser und große Tiefen sind schwierig.
PI — Pulse Induction
Statt eines kontinuierlichen Signals werden Strompulse durch die Spule geschickt. Nach jedem Puls misst der Detektor das nachklingende Feld in der Erde. Objekte verzögern dieses Nachklingen geringfügig — daran erkennt das Gerät einen Treffer.
Stärke: Unempfindlich gegenüber mineralisiertem Boden und Salzwasser — perfekt für Strand & Brandung. Schwäche: Sehr eingeschränkte Materialdiskriminierung. Eisen-Schrott wird oft mit Beute verwechselt.
Multi-Frequency / Simultan-Multifrequenz
Moderne Geräte (Minelab Equinox, Nokta Legend, XP Deus II u.a.) senden mehrere Frequenzen gleichzeitig und vergleichen die Reaktion. Das vereint die Stärken von VLF und PI — gute Tiefe, gute Diskriminierung, auch im Salzwasser nutzbar. Genau diese Geräte setzen wir bei den meisten Aufträgen ein.
Was bestimmt die Suchtiefe?
- Spulengröße: Größere Spulen = tiefer, aber unschärfer. Kleinere Spulen = präziser.
- Material: Große Silber- oder Kupferobjekte (z.B. Münzen) werden tiefer geortet als kleine Gold-Ringe.
- Bodenmineralisation: Eisenoxide im Boden „dämpfen" das Signal. Auf schwarz-mineralisiertem Boden geht real oft nur die Hälfte der Werbe-Tiefe.
- Frequenz: Tiefe Frequenzen reichen weiter, sind aber bei kleinen Goldobjekten schlechter. Hohe Frequenzen finden auch dünne Goldketten.
Material-Diskriminierung
Die Skala in der Anzeige (oft als „Notch" oder „Target-ID" bezeichnet) gibt einen Schätzwert für die Leitfähigkeit. Eisen liegt unten, dann Folie und kleine Goldreste, dann größere Gold-/Silber- und Kupferobjekte. Achtung: Eheringe aus dünnem Gold landen oft im selben Bereich wie Aluminium-Lasche — Erfahrung schlägt hier die Geräte-Anzeige.
Wonach wir das passende Gerät wählen
- Untergrund: Sand am Meer? PI oder Multi-Frequenz wasserdicht. Trocken-Wiese? VLF reicht.
- Zielobjekt: Goldring? Hohe Frequenz oder Multi-Frequenz. Münze? Eher 5–10 kHz.
- Tiefe: Liegt das Stück tief? Größere Spule, ggf. PI.
- Trash-Belastung: Festivalgelände mit Kronkorken? Gute Diskriminierung Pflicht.