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Technik-Deep-Dive

Multiton & Tonzonen in der Praxis einrichten: 2, 5 oder 50 Töne?

Ein Ton, zwei, fünf oder volltonal: Wie du dein Audio-Tonschema einrichtest, entscheidet darüber, wie viel dir dein Gerät schon vor dem ersten Spatenstich verrät. Richtig eingestellt brummt Eisen tief und Silber klingelt hell — du hörst das Ziel, bevor du aufs Display schaust. Dieser Deep-Dive zeigt, was die Tonschemata leisten, was Equinox und Manticore konkret bieten, und wie du dein Schema Schritt für Schritt so einrichtest, dass es zu deinem Boden, deiner Suche und deinem Ohr passt.

Kurz gesagt

Mehr Töne heißt mehr Information — aber nur, wenn dein Ohr sie auseinanderhalten kann. 2 Töne sind das ehrliche Einsteiger- und Eisen-Schema (tief = Eisen, hell = der Rest), 5 Töne der vielseitige Allrounder, und volltonale Schemata mit vielen Tonhöhen — der Equinox erlaubt bis zu 50 — sind die Profi-Stufe fürs geübte Gehör. Entscheidend sind danach zwei Stellschrauben: der Tone-Break, an dem ein Ton in den nächsten umschlägt, und Tonlautstärke sowie Tonhöhe je Zone. Beides stellst du auf deinen Boden ein, nicht nach einer Universalzahl.

Was ein Tonschema überhaupt macht

Ein Metalldetektor misst für jedes Ziel einen Leitwert und übersetzt ihn in eine Ziel-ID — eine Zahl, die auf dem Display erscheint. Ein Tonschema macht aus dieser Zahl einen Klang. Statt nur zu sehen, was im Boden liegt, hörst du es: Das Gerät ordnet der Ziel-ID eine Tonhöhe zu und gibt sie über den Lautsprecher oder Kopfhörer aus. Genau das ist der Sinn von Multiton — die Audio-Information kommt sofort und ohne Blickwechsel.

Die Grundregel ist bei allen gängigen Geräten gleich und folgt der Physik der Leitwerte: tiefe Töne stehen für Eisen, höhere Töne für höhere Leitwerte. Eine Eisenkappe brummt dumpf, eine Bleikugel klingt mittig, eine Silbermünze klingelt hell. Mehr-Region-Töne ordnen die Ziel-ID also nicht zufällig zu, sondern bilden die Leitwertskala akustisch ab. Wer diese Zuordnung verinnerlicht hat, weiß schon am Klang grob, ob sich das Graben lohnt.

Damit ist das Tonschema kein Spielerei-Feature, sondern dein wichtigstes Echtzeit-Werkzeug. Die Ziel-ID auf dem Display ist präziser, aber langsamer — du musst hinsehen. Der Ton ist sofort da. Die meisten erfahrenen Suchenden arbeiten überwiegend nach Gehör und nutzen das Display nur zur Bestätigung. Wie die Zahlen hinter den Tönen zustande kommen, erklärt unser Grundlagenartikel zu Leitwerten und Ziel-ID. Dieser Ratgeber baut darauf auf und geht eine Ebene weiter: vom Prinzip zur praktischen Einrichtung. Das reine Prinzip hinter Tonzonen, Diskriminierung und Notch behandelt die Seite Diskriminierung, Notch & Tonzonen nutzen — hier geht es darum, das Schema tatsächlich aufzubauen.

Die Tonmodi: 1, 2, 5, Multi und 50

Die meisten modernen Geräte bieten gestufte Tonmodi an. Am Beispiel von Minelabs Equinox und Manticore — zwei verbreiteten Mehrton-Geräten — lässt sich die Bandbreite gut zeigen.

Der Equinox bietet Tonmodi mit 1, 2 und 5 Tönen sowie einen Multi-Ton- und einen Depth-Mode, und er lässt Tonlautstärke und Tonhöhe je Bereich anpassen. Im Mehrton-Betrieb erlaubt der Equinox 800 laut Bedienungsanleitung bis zu 50 Tonhöhen — das ist die fein abgestufte Stufe, bei der die Ziel-ID nahezu kontinuierlich in eine Tonhöhe übersetzt wird.

Der Manticore stellt die Töne wahlweise mit 1, 2 oder 5 Tönen ein — oder als 1-, 2- beziehungsweise 5-Region-Variante von All Tones. Das ist eine Besonderheit: Du kombinierst die grobe Aufteilung in wenige Regionen mit dem volltonalen Verhalten innerhalb dieser Regionen. Dazu stellt der Manticore die Ziel-IDs feiner dar als der Equinox, und eine feinere ID-Auflösung verfeinert auch die akustische Zuordnung der Töne. Praktisch heißt das: etwas differenziertere Klangabstufungen im selben Schema.

Die Modi lassen sich grob so einordnen — die Zahl der Töne sagt, in wie viele Klangstufen das Gerät die ganze Leitwertskala aufteilt:

Modus Was du hörst Wofür gedacht
1 Ton Ein einziger Ton für alle akzeptierten Ziele, an/aus. Reine „graben/nicht graben"-Suche, sehr ruhiges Hörbild.
2 Töne Tief für Eisen, hell für den Rest. Einsteiger und eisenlastige Böden — schnelle Eisen-Entscheidung.
5 Töne Fünf Klangstufen über die Leitwertskala verteilt. Allround — mehr Info, ohne das Gehör zu überfordern.
Multi / All Tones Viele bis sehr viele Tonhöhen (Equinox bis 50). Erfahrene Ohren, die die Ziel-ID praktisch „hören" wollen.

Wichtig: Die Tonmodi sind nicht „besser" oder „schlechter", sondern verschieden viel Information bei verschieden hohem Hör-Aufwand. Welche Stufe für dich richtig ist, entscheidest du im nächsten Abschnitt. Wenn du wissen willst, wie sich diese Schemata bei konkreten Geräten anfühlen, helfen unsere Praxistests zum Equinox 800 und zum Manticore weiter.

Welches Schema wann gewinnt

Die ehrliche Antwort lautet: Es kommt auf deinen Boden, deine Erfahrung und deine Suche an. Trotzdem gibt es eine belastbare Faustregel, an der sich die meisten orientieren.

2 Töne: Einsteiger und eisenlastige Böden

Das 2-Ton-Schema ist das ehrlichste für den Anfang und für Flächen, auf denen viel Eisen liegt. Es reduziert die ganze Komplexität auf eine einzige Frage: tief oder hell? Tief heißt Eisen — überspringen. Hell heißt potenziell interessant — nachschauen. Auf einem eisenverseuchten Acker oder im Schrottfeld ist das pures Gold, weil du nicht von jedem Nagel aus dem Takt gebracht wirst. Wie man in solchen Umgebungen systematisch sucht, behandelt der Ratgeber Im Eisen- und Schrottfeld suchen.

5 Töne: der Allrounder

Sobald du sicher zwischen tief und hell unterscheidest, lohnt der Wechsel auf 5 Töne. Jetzt hörst du nicht mehr nur „Eisen oder nicht", sondern grob, in welcher Leitwert-Region das Ziel liegt: niedrig (Folie, kleines Buntmetall), mittig (Blei, manche Münzen), hoch (große Münzen, Silber). Das ist mehr Information, ohne dein Gehör mit Dutzenden Tönen zu überlasten. Für die meisten Suchsituationen — Wiese, Park, gemischter Boden — ist das der vernünftige Standard.

All Tones & viele Tonhöhen: für das geübte Ohr

Die volltonalen Schemata — beim Equinox bis zu 50 Tonhöhen, beim Manticore die Region-Varianten von All Tones — sind die reichhaltigste, aber auch anspruchsvollste Stufe. Hier verschmilzt der Ton praktisch mit der Ziel-ID: Du hörst feine Höhenunterschiede und kannst zwei dicht beieinanderliegende Ziele am Klang auseinanderhalten. Der Preis dafür ist, dass dicht benachbarte Tonhöhen schwer zu trennen sind, wenn das Ohr nicht trainiert ist — für Einsteiger klingt das schnell nach Lärm. Diese Stufe ist etwas für Suchende, die ihr Gerät und ihren Boden gut kennen.

Die Reihenfolge ist also eine Lernkurve: vom groben 2-Ton über das vielseitige 5-Ton zum volltonalen Schema, sobald dein Gehör mitwächst. Niemand muss bei 50 Tönen anfangen — und niemand bleibt gezwungenermaßen bei zweien. Wer generell unsicher ist, wie er sein Gerät sinnvoll konfiguriert, findet einen breiteren Überblick im Ratgeber Metalldetektor richtig einstellen.

Den Tone-Break richtig setzen

Ein Tonschema teilt die Leitwertskala in Regionen — und an den Grenzen zwischen diesen Regionen schlägt ein Ton in den nächsten um. Diese Grenze nennt man Tone-Break. Beim 2-Ton-Schema gibt es genau einen Tone-Break: die Linie, unterhalb derer alles tief brummt (Eisen) und oberhalb derer alles hell klingt. Bei 5 Tönen gibt es entsprechend mehrere Grenzen.

Der wichtigste Tone-Break ist fast immer der zwischen Eisen und den höheren Leitwerten. Setzt du ihn zu niedrig, rutscht Eisen in den hellen Bereich und du gräbst Nägel aus. Setzt du ihn zu hoch, verlierst du gute Ziele am unteren Rand, weil sie fälschlich als Eisen tief brummen. Die richtige Position hängt vom Gerät, vom Boden und davon ab, was du finden willst — eine pauschale Universalzahl, die überall passt, gibt es nicht.

Deshalb stellst du den Tone-Break am besten empirisch ein: Lege dir ein paar bekannte Testobjekte zurecht — einen Eisennagel, eine Münze, ein Stück Buntmetall — und schwenke die Spule über jedes davon. So hörst und siehst du, wo dein Gerät die Grenze ziehen muss, damit Eisen tief und alles Gute hell bleibt. Verschiebt sich auf der Fläche der Boden, kann sich auch die sinnvolle Grenze leicht verschieben. Wichtig: Der Tone-Break verändert nur, wie ein Ziel klingt, nicht ob es gemeldet wird — das ist Aufgabe der Diskriminierung, ein verwandtes, aber anderes Werkzeug.

Tonlautstärke und Tonhöhe je Zone

Die Töne sind nicht in Stein gemeißelt. Sowohl der Equinox als auch der Manticore lassen Tonlautstärke und Tonhöhe je Bereich getrennt einstellen. Genau hier wird aus einem Standard-Schema dein persönliches Schema — und genau hier holst du die letzten Prozente an Trennschärfe heraus.

Tonlautstärke je Zone: Die häufigste und nützlichste Anpassung betrifft Eisen. Statt Eisen entweder mit voller Lautstärke brüllen oder ganz verstummen zu lassen, kannst du es hörbar, aber leiser einstellen. Du weißt dann, dass dort Eisen ist — wichtig, weil ein gutes Ziel direkt neben Eisen liegen kann —, wirst aber nicht von jedem Nagel aus dem Konzept gebracht. Die guten Bereiche lässt du auf voller Lautstärke. Das Ergebnis ist ein Hörbild, in dem die interessanten Signale herausstechen, ohne dass du die Information über das Eisen ganz verlierst.

Tonhöhe je Zone: Du kannst zusätzlich festlegen, wie hoch oder tief die einzelnen Regionen klingen. Manche stellen die Spreizung zwischen tief und hell bewusst groß ein, damit Eisen und Silber klanglich weit auseinanderliegen und kaum zu verwechseln sind. Andere bevorzugen ein angenehmeres, weniger spreizendes Profil für lange Suchtage. Beides ist legitim — entscheidend ist, dass du die Abstufungen sicher auseinanderhältst.

Diese Feineinstellung ist auch der Punkt, an dem sich der Manticore vom Equinox abhebt: Weil er die Ziel-IDs feiner darstellt, klingen die Übergänge zwischen den Zonen etwas differenzierter. Das ist kein Pflichtfeature, aber für Suchende, die ihr Schema wirklich ausreizen wollen, ein spürbarer Unterschied. Wer die beiden Geräte an dieser Stelle direkt vergleichen will, findet Details im Test zum Manticore im Vergleich. Welche Kopfhörer die feinen Tonunterschiede überhaupt sauber wiedergeben, behandelt unsere Kopfhörer-Kaufberatung — ein unterschätzter Faktor, denn der beste Ton nützt nichts, wenn er im Wind untergeht.

Schritt für Schritt: dein Schema einrichten

So baust du dein Tonschema von Grund auf praxistauglich auf — unabhängig vom Gerät folgt die Reihenfolge immer demselben Muster:

  • Mit 2 Tönen starten. Wähle das 2-Ton-Schema. So lernst du dein Gerät kennen, ohne dich vom Klang überfordern zu lassen: tief = Eisen, hell = der Rest.
  • Bekannte Testobjekte schwenken. Lege Eisennagel, Münze und Buntmetall aus und höre dir an, wie jedes klingt. So bekommst du ein Gefühl für die Ziel-ID hinter dem Ton.
  • Tone-Break setzen. Verschiebe die Eisen-Grenze so, dass dein Eisen-Testobjekt zuverlässig tief brummt und deine Münze hell klingt — ohne dass am unteren Rand gute Ziele verloren gehen.
  • Eisen leiser, aber hörbar machen. Reduziere die Tonlautstärke der Eisen-Zone, statt Eisen ganz stumm zu schalten. Du behältst die Information, ohne dauernd abgelenkt zu werden.
  • Auf 5 Töne erweitern. Wenn du tief und hell sicher trennst, wechsle auf 5 Töne und ordne die mittleren Stufen den Leitwert-Regionen zu. Prüfe wieder mit den Testobjekten.
  • Erst dann volltonal probieren. All Tones oder die vielen Tonhöhen des Equinox sind die letzte Stufe — nimm sie, wenn dein Ohr die feinen Abstufungen sicher verarbeitet.

Plane für jeden Schritt etwas Zeit ein und vertraue deinem Gehör über mehrere Suchtage. Ein Tonschema „sitzt" nicht nach fünf Minuten — es wächst mit deiner Erfahrung. Wer den Audio-Teil seines Geräts noch grundlegender verstehen will (Schwellton, Tonhöhe, Lautstärke insgesamt), findet die Basis im Ratgeber Audio-Tuning: Schwellton & Tonhöhe. Und wer das Zusammenspiel von Diskriminierung, Tiefe und Geschwindigkeit verstehen will, sollte die Seite Trennschärfe vs. Tiefe & Recovery Speed lesen — das Tonschema ist nur ein Baustein im größeren Setup.

Häufige Fragen zu Multiton & Tonzonen

Wie viele Töne soll ich am Anfang nehmen?

Für die ersten Stunden ist ein 2-Ton-Schema ehrlich am leichtesten: Eisen brummt tief, alles andere klingt hell. Du musst nur noch die Frage „graben oder nicht" beantworten und musst dich nicht durch eine ganze Tonleiter hören. Sobald du sicher zwischen tiefen und hohen Klängen unterscheidest und mehr über das Ziel wissen willst, wechselst du auf 5 Töne. All Tones oder ein volltonales Schema mit vielen Tonhöhen hebst du dir auf, bis dein Ohr die feinen Abstufungen wirklich auseinanderhalten kann.

Was bedeuten 50 Tonhöhen beim Equinox?

Die Equinox-800-Bedienungsanleitung gibt für den Mehrton-Betrieb bis zu 50 Tonhöhen an. Das heißt: Statt das Ziel in wenige grobe Klangstufen zu sortieren, ordnet das Gerät der Ziel-ID nahezu kontinuierlich eine Tonhöhe zu. Eisen liegt tief, höhere Leitwerte klingen hörbar höher. Für ein geübtes Ohr ist das die reichhaltigste Information — du „hörst" praktisch die Ziel-ID, ohne aufs Display zu schauen. Für Einsteiger ist es eher Lärm, weil dicht beieinanderliegende Töne kaum zu trennen sind.

Was kann der Manticore beim Tonschema anders als der Equinox?

Der Manticore stellt die Töne wahlweise mit 1, 2 oder 5 Tönen ein — oder als 1-, 2- beziehungsweise 5-Region-Variante von All Tones (laut Minelab). Dazu kommt, dass der Manticore die Ziel-IDs feiner darstellt als der Equinox, und eine feinere ID-Auflösung verfeinert auch die akustische Zuordnung der Töne. In der Praxis heißt das: Du bekommst beim Manticore eine etwas differenziertere Klangabstufung im selben Tonschema. Das nützt aber vor allem, wenn dein Ohr diese Feinheit auch verarbeiten kann.

Wo setze ich den Tone-Break am sinnvollsten?

Der Tone-Break ist die Ziel-ID-Grenze, an der ein Ton in den nächsten umschlägt. Beim klassischen 2-Ton-Schema legst du ihn so, dass Eisen unter der Grenze liegt und tief brummt, alles darüber hell klingt. Die übliche und stabilste Wahl ist die Grenze zwischen dem Eisenbereich und den höheren Leitwerten. Wo genau sie für dein Gerät und deinen Boden sitzt, prüfst du am besten mit bekannten Testobjekten über der Fläche, bevor du sie endgültig festlegst. Eine pauschale Universalzahl gibt es nicht.

Soll Eisen leise oder ganz stumm sein?

Das hängt von Boden und Erfahrung ab. Eisen ganz wegzudiskriminieren wirkt aufgeräumt, kostet dich aber Information — und gerade in eisenverseuchten Böden kann ein gutes Ziel direkt neben Eisen liegen und mit verschluckt werden. Der Mittelweg ist, Eisen hörbar, aber leiser und tief zu lassen: Du erkennst, dass dort Eisen ist, wirst aber nicht von jedem Nagel aus dem Konzept gebracht. Viele Geräte erlauben, die Tonlautstärke je Bereich getrennt zu regeln — genau dafür ist das gedacht.

Ersetzt das Tonschema die Ziel-ID auf dem Display?

Nein, beide ergänzen sich. Der Ton liefert dir die Information sofort und ohne Blickwechsel — du hörst tief gegen hell und entscheidest in Echtzeit. Die Ziel-ID auf dem Display gibt dir den genauen Zahlenwert, wenn du das Ziel genauer einordnen willst. Erfahrene Suchende arbeiten überwiegend nach Gehör und nutzen das Display nur zur Bestätigung. Wie die Zahlenwerte zustande kommen, erklärt unser Grundlagenartikel zu Leitwerten und Ziel-ID.