Was beide gemeinsam haben
Bevor wir die Unterschiede sezieren, der wichtigste Punkt vorweg: Der eigentliche Such-Motor
ist identisch. Minelab gibt für 700 wie 900 die Multi-IQ-Simultan-Multifrequenz
an — die Technik, die gleichzeitig mehrere Frequenzen auswertet und genau deshalb auf salzigem
Nassstrand stabil läuft, wo Einzelfrequenz-Geräte ins Stottern geraten. Beide sind laut Minelab
IP68 wasserdicht bis 5 m, beide haben einen 3-teiligen, klappbaren
Carbon-Schaft und dieselbe Target-ID-Auflösung mit 119 Segmenten.
Das heißt im Klartext: Beim Kern-Erlebnis — wie das Gerät ein Ziel meldet, wie es im Salzwasser
arbeitet, wie sauber es trennt — nehmen sich die beiden wenig. Der 700 ist kein „kastrierter"
900. Er ist dasselbe Fundament, dem oben ein paar gezielte Profi-Extras fehlen. Was die
Multifrequenz physikalisch leistet, ordnet unsere Seite zu
Multifrequenz vs. Einzelfrequenz ein.
Specs im direkten Vergleich (lt. Minelab)
Alle Werte sind dokumentierte Herstellerangaben von Minelab — keine eigenen Messwerte und
keine geschätzten Tiefen. Was die Begriffe bedeuten, erklärt die
Funktionsweise eines Metalldetektors.
Die realen Unterschiede im Detail
Vier dokumentierte Punkte trennen die beiden Geräte. Keiner davon betrifft den Multifrequenz-Kern
— alle vier sind Erweiterungen obendrauf.
1. Einzelfrequenzen: 4 gegen 6
Minelab gibt für den 700 vier wählbare Einzelfrequenzen an (4, 5, 10, 15 kHz), für den 900
sechs (4, 5, 10, 15, 20, 40 kHz). Die beiden zusätzlichen hohen Frequenzen — 20 und 40 kHz —
sprechen tendenziell besser auf kleine, leitschwache Ziele an: feiner Schmuck, dünne Ketten,
kleine Goldpartikel. In der Praxis lässt man bei beiden ohnehin meist die Multifrequenz laufen;
die hohen Einzelfrequenzen sind eher das Werkzeug für Spezialfälle, wenn du dich eingearbeitet
hast.
2. Gold-Modus — nur beim 900
Der 900 bringt laut Minelab einen vierten Suchmodus mit: Gold. Der 700 hat ihn nicht. Minelab
beschreibt den Gold-Modus als zusätzliche Empfindlichkeit in mineralisierten Böden. Das ist der
Modus, der den 900 für ambitionierte Goldsuche und schwierige, eisenhaltige Böden attraktiv
macht. Was Goldsuche in Deutschland überhaupt rechtlich und praktisch bedeutet, ordnet unsere
Seite zur
Goldsuche in Deutschland ein —
Spoiler: für die meisten geht es hier nicht um Nuggets, sondern um Schmuck und Münzen.
3. Spulen: eine gegen zwei
Beide kommen laut Minelab mit der EQX11 11"-DD — der Allround-Spule für Fläche und Tiefe. Der
900 legt zusätzlich die kleine EQX06 6"-DD ins Set. Die kleine Spule trennt im Schrott sauberer:
im stark belaufenen Park, auf einem zugemüllten Acker, zwischen Nägeln und Kronkorken. Beim 700
ist diese kleine Spule nicht dabei — du kannst sie zukaufen, aber das verschiebt den Preisabstand
nach unten.
4. Empfindlichkeit: 25 gegen 28 Stufen
Minelab gibt für den 700 25 Empfindlichkeitsstufen an, für den 900 eine erweiterte Spanne bis
Stufe 28. Das ist der kleinste der vier Unterschiede — drei zusätzliche Stufen ganz oben geben
etwas mehr Reserve für schwierige Böden, sind aber für die meisten Sucher kein
Kaufargument für sich allein.
Wer braucht welchen?
Statt einer pauschalen Sieger-Krone hier die ehrliche Zuordnung nach Nutzertyp.
Du steigst ins Hobby auf oder ein
Wiese, Acker nach der Ernte, Park, Badesee, Strand: Hier ist der Equinox 700
die vernünftige Wahl. Du bekommst die volle Multi-IQ-Multifrequenz und IP68 bis 5 m (lt. Minelab)
zum kleineren Preis — also genau die Fähigkeiten, die den Unterschied machen. Das gesparte Geld
steckst du besser in einen guten Pinpointer und ordentliches Grabwerkzeug. Wenn du noch ganz am
Anfang stehst, hilft unser Überblick
Welcher Metalldetektor für Anfänger? bei der Einordnung.
Dein Revier ist Strand und Salzwasser
Auch hier reicht der 700 erstaunlich weit: Multifrequenz und Wasserdichtigkeit
teilt er sich mit dem 900 (lt. Minelab). Den Aufpreis zum 900 rechtfertigt am Strand nicht das
Wasser, sondern die kleine Zusatzspule (bessere Schrott-Trennung im Spülsaum) und der Gold-Modus
für feine Schmuckziele. Tiefer ins Thema geht unsere Seite
Metalldetektor für Strand & Salzwasser.
Du willst Gold, mineralisierten Boden oder maximale Reserve
Sobald der Gold-Modus, die hohen Frequenzen bis 40 kHz oder die kleine 6"-Spule zu deinem
Revier passen, ist der Equinox 900 kein Luxus mehr, sondern das richtige
Werkzeug. Stark mineralisierte, eisenhaltige Böden und kleine leitschwache Ziele sind genau das
Terrain, für das Minelab die Extras des 900 vorgesehen hat. Wie sich der 900 in der vollen
Tiefe schlägt, liest du im
Equinox 900 Test.
Du willst einmal kaufen und lange Ruhe haben
Wenn du dich nicht festlegen möchtest und das Budget da ist, deckt der 900 mit
zwei Spulen, Gold-Modus und sechs Einzelfrequenzen schlicht mehr ab und lässt weniger Lücken.
Du zahlst dann bewusst für Reserve — was in Ordnung ist, solange du weißt, dass ein Teil davon
bei reiner Land- und Strandsuche selten gefordert wird.
Du überlegst, ob es statt eines Equinox ein anderes Multifrequenz-Flaggschiff sein soll? Dann
hilft unser Quervergleich
Equinox 900 vs. XP Deus 2
bei der Einordnung über die Equinox-Familie hinaus.