Zwei Wege zur Multifrequenz
Equinox 900 und Deus 2 lösen dieselbe Aufgabe — saubere Multifrequenz-Suche auf
anspruchsvollem Boden und am Strand — auf unterschiedlichen Wegen. Minelab setzt beim
Equinox 900 auf seine Multi-IQ-Technik, die laut Hersteller mehrere Frequenzen
gleichzeitig auswertet; daneben stehen sechs wählbare Einzelfrequenzen (4, 5, 10, 15, 20 und
40 kHz, lt. Minelab) und ein Satz abgestimmter Suchmodi bereit. Der Gedanke: ein bewährter,
vielseitiger Allrounder, der den Einstieg in die Profiklasse zugänglich hält.
XP geht beim Deus 2 einen anderen Weg. Das FMF-System (Fast Multi Frequency)
kombiniert Simultan-Multifrequenz mit 49 wählbaren Einzelfrequenzen von 4 bis 45 kHz (lt. XP),
und der größte konzeptionelle Unterschied steckt in der Hardware: drahtlose, sehr leichte
Spulen und eine Tauchtiefe bis 20 m (lt. XP). Wo der Equinox auf einen kompakten, kabelgeführten
Aufbau setzt, setzt der Deus 2 auf Beweglichkeit, geringes Gewicht und maximale
Wassertauglichkeit.
Was die Begriffe physikalisch bedeuten, erklärt unsere Seite
Multifrequenz vs. Einzelfrequenz.
Den Deus 2 haben wir selbst im Dauereinsatz; den Equinox 900 ordnen wir aus unserem
Praxis-Eindruck ein. Zu beiden Geräten findest du am Ende der Seite einen Kauf-Link, jeweils
als Anzeige gekennzeichnet.
Specs im Vergleich (lt. Hersteller)
Alle Werte sind dokumentierte Herstellerangaben — von Minelab für den Equinox 900, von XP für
den Deus 2. Keine eigenen Messwerte, keine Zentimeter-Tiefen als feste Zahl. Was die Begriffe
bedeuten, erklärt die
Funktionsweise eines Metalldetektors.
Praxis: Strand & Salzwasser
Am nassen Salzsand spielen beide Geräte ihre Multifrequenz-Stärke aus — genau dort, wo einfache
Einzelfrequenz-Geräte ins Dröhnen geraten. Der Equinox 900 bringt dafür zwei dedizierte
Beach-Modi mit (lt. Minelab), die FMF-Technik des Deus 2 ist ebenfalls ausdrücklich für
Salzwasser ausgelegt (lt. XP). In der Praxis heißt das: Auf trockenem wie nassem Strand machst
du mit beiden wenig falsch. Wie das auf einem echten Strand-Auftrag aussieht, zeigt eine unserer
dokumentierten Suchen an der Ostsee:
→ iPhone an der Ostsee, gefunden im Sand.
Der Unterschied beginnt dort, wo der Strand ins Wasser übergeht. Beide sind IP68-wasserdicht
und vertragen Welle, Spülsaum und eine untergetauchte Spule. Die Frage ist nur, wie weit du
gehen willst — und genau das führt direkt zum nächsten Punkt.
Praxis: Wasser & Tauchen
Hier liegt der deutlichste Hardware-Unterschied. Minelab gibt für den Equinox 900 IP68 bis 5 m
Tauchtiefe an — mehr als genug für Brandung, Watt und flaches Wasser. XP nennt für den Deus 2
IP68 bis 20 m (mit dem roten Tauch-Stopfen, lt. XP). Für die allermeisten Strand- und
See-Einsätze reichen beide locker. Wer aber wirklich abtaucht und die Spule am eigenen Körper
in mehrere Meter Tiefe führt, hat mit dem Deus 2 die größere Reserve.
Wie hart solche See-Einsätze werden, zeigen zwei dokumentierte Fälle: am Dümmersee eine kalte
Suche bei 5 °C Wassertemperatur und trüber Sicht
(→ Ehering im Dümmersee bei 5 °C)
und eine Bergung in rund 4 m Tiefe
(→ Ehering im See, Suche in 4 m Tiefe).
In dieser Tiefe und Kälte ist ein Gerät mit reichlich Tauchreserve keine Spielerei, sondern
Voraussetzung.
Praxis: Trennschärfe & Boden
Auf trash-belasteten Flächen und mineralisiertem Boden geht es darum, Schrott vom interessanten
Ton zu trennen, statt jeden Fehlalarm auszugraben. Der Equinox 900 zeigt dafür eine Target-ID
von Ferro -19 bis 0 und Non-Ferro 1 bis 99 (lt. Minelab) — viel Auflösung, um vor dem Graben
einzuschätzen, was unter der Spule liegt. Der Deus 2 arbeitet mit numerischer Target-ID und
einer fein abstimmbaren Tonzuordnung (lt. XP); viele Sucher steuern hier stark über das Gehör.
Beide Wege funktionieren — sie liegen einem nur unterschiedlich. Konkrete Zentimeter-Tiefen
nennen wir bewusst nicht: Die hängen von Boden, Objektgröße und Material ab und wären als feste
Zahl unseriös. Was wir qualitativ sagen können: Auf gut eingegrenzten Flächen entscheidet
selten die nackte Tiefenleistung, sondern wie sauber und schnell du zwischen Schrott und Ziel
trennst.
Praxis: Gewicht & Ergonomie
Über einen langen Such-Tag macht sich Gewicht im Arm bemerkbar. Minelab nennt für den
Equinox 900 rund 1,27 kg, XP für den Deus 2 mit 9"-Spule und WS6-Kopfhörer ab ca. 750 g
(lt. Hersteller). Dazu kommt der konzeptionelle Unterschied: Der Deus 2 ist vollständig
drahtlos — Spule, Funkbox und Kopfhörer kommunizieren per Funk (lt. XP), beim Equinox 900
läuft die Spule am Kabel, der Kopfhörer ist kabellos. Wer stundenlang Bahnen abgeht, spürt das
geringere Gewicht und den fehlenden Kabel-Overhead des Deus 2 als echten Komfortgewinn.
Für viele Einsätze ist das aber kein Ausschlusskriterium: Der Equinox 900 ist mit seinen
Carbon-Schäften ebenfalls handlich, und 1,27 kg sind kein Gewicht, an dem ein gut eingestelltes
Gerät scheitert. Es ist eher eine Frage, wie oft und wie lange du draußen bist.
Praxis: Einarbeitung
Beide Geräte kannst du mit Werksprogrammen sofort einschalten und loslegen. Ihr volles
Potenzial holst du aber erst mit Einarbeitung heraus. Der Deus 2 bietet mit 49 Einzelfrequenzen
und vielen Parametern besonders viel Spielraum — das ist eine Stärke für Fortgeschrittene und
eine Hürde für Ungeduldige. Der Equinox 900 wirkt mit seinen klar benannten Modi für viele etwas
zugänglicher, ohne dabei flach zu sein.
Wer noch ganz am Anfang steht, sollte die Einordnung der Klassen auf unserer
Detektor-Übersicht
lesen — beide Geräte sind Profiklasse und für einen reinen Garten-Sucher überdimensioniert.
Wer gezielt in die Profiklasse einsteigt, findet weiter unten den Direkt-Link zu beiden
Einzeltests.
Pro & Contra im Überblick
Den XP Deus 2 haben wir selbst im Dauereinsatz; den Equinox 900 ordnen wir aus unserem
Praxis-Eindruck ein. Zu beiden Geräten findest du hier einen Kauf-Link — beide als Anzeige
gekennzeichnet (siehe Transparenz-Hinweis). Welches besser zu dir passt, entscheidet dein
Einsatz: viel Tauchen und langes Laufen spricht für den Deus 2, ein zugänglicher Allrounder
für den Equinox 900.